Stein zu Nord- und Ostheim

Aufnahme ins Haus Limpurg 1830
Einheirat 1815 über v. Günderrode

Ev. -- Das fränkische Adelsgeschlecht läßt sich seit der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts im Land "vor der Rhön" im Grabfeld, an der Fränkischen Saale, aber auch im Itz- und Baunachgrund (zwischen Coburg und Bamberg) nachweisen. Die Stammreihe beginnt mit Siegfried vom Stein, der 1273 als Vogt zu Mellrichstadt urkundet. Die Stein waren Ministeriale der Bischöfe von Würzburg und der Grafen von Henneberg, von denen sie das Unterburggrafenamt in Würzburg zu Lehen trugen. Die Familie blieb zahlenmäßig immer klein, besaß aber großen Einfluß und war reich an Besitz: Eigengüter und würzburgische, bambergische, hennebergische (später sächsische) und fuldische Lehengüter. Bis die Familie sich um 1545 der Reformation anschloß, erwarb sie häufig Sitze in den Domkapiteln von Würzburg und Bamberg. [1] Im Kanton Rhön und Werra der Reichsritterschaft machten sich viele Stein als Ritterräte und Ritterhauptleute verdient. Zur Burgmannschaft der Reichsburg Friedberg in der Wetterau gehörte die Familie seit 1727.
Schon vor 1300 hatte sich das Geschlecht in zwei Linien geteilt, die ihre Hauptsitze in Ostheim vor der Rhön und in Nordheim im Grabfeld hatten und sich danach benannten. Beim Erlöschen der Ostheimer Linie 1705 fiel der Besitz an die Nordheimer Linie, jetzt "Stein zu Nord- und Ostheim". Die Rittergüter waren bis 1922 fideikommissarischer Kondominatsbesitz. - Erster Vertreter der Familie im Haus Alten-Limpurg war der Gothaische Staatsminister Dietrich Stein zu Nord- und Ostheim.

Reichsfreiherrnstand von Kaiser Leopold I. für Carl v. Stein (Wien 3.7.1669). Anerkennung des Reichsfreiherrnstandes für Dietrich v. Stein (Wien 19.10.1761. ).

Fußnote(n):
[1] Bekannt wurde Dr. legum Hertnid v. Stein zu Ostheim (+ 1491) durch seine über 30jährige Amtszeit als Bamberger Domdekan, als Diplomat des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg, Förderer des Humanismus und Stifter der beiden berühmten Altarbilder in den Kirchen von Hof an der Saale (der sog. "`Hertnid-Altar"' in der Lorenzkirche in Hof, der "`Hofer Altar"', jetzt in der Alten Pinakothek in München).


Literatur:
Carl Binder, Das ehem. Amt Lichtenberg vor der Rhön, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunde, Neue Folge, Band 8-10 (1893-1897).
Hans Körner, Aus der Pfarrgeschichte von Völkershausen bei Mellrichstadt bis zum Bau der "`neuen Kirche"' durch den Landkomtur Carl Frhr. v. Stein 1731 (Mellrichstadt 1956).
Hans Körner, Aus der Geschichte von Ostheim vor der Rhön, in: Ostheim vor der Rhön und seine Burgen (Ostheim 1961) S. 7-34.
Hans Körner, Der Schloßbau in Völkershausen bei Mellrichstadt 1722-1730. Ein Werk des Landkomturs Carl Freiherr v. Stein, in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst, 18. Band (1966) S. 161-183 (mit Bild des Schlosses und Porträt des Erbauers).
Hans Körner, Familienartikel zu den Freiherren v. Stein zu Nord- und Ostheim in folgenden Handbüchern:
GHBiA, Bd. VI (1957) S. 314-337 (mit Stammreihe und älterer Genealogie).
GHdA, Frhrl. Häuser, XXI (1999).
GHBiA, Bd. XXIII (2000).

Abkürzungsverzeichnis